Verein-Geschichte

Mündliche Überlieferungen sagen uns (es gibt keine schriftlichen Aufzeich­nungen hierüber), das es in Lichtenberg schon einmal eine Blaskapelle gegeben hat. Sie soll als Feuerwehrkapelle 6 Jahre bestanden haben. Jahreszahlen, sonst Näheres oder etwa, warum die Kapelle aufgehört hat zu bestehen, sind nicht bekannt.

Über die Hintergründe, die zur Gründung des jetzigen Musikvereins Lichtenberg führten, gibt es leider auch keine schriftlichen Unterlagen. Hiervon wusste nur noch unser Ehrenvorsitzender Albert Ley zu erzählen, dessen Mithilfe der Chronist sich dankend bedient hat.

Es zeigte sich seit Jahren immer wieder, das für die kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen Erstkommunion, Fronleichnam, Erntedankfest usw. einfach eine Musikkapelle fehlte. Für solche Anlässe musste man sich immer eine auswär­tige Kapelle hole, welche zur damaligen Zeit auch schon einiges an Geld kostete.

Also, musste eine eigene Kapelle her.

Einer, dem die Sache sehr am Herzen lag, war August Utsch, der schon in der eingangs erwähnten Feuerwehrkapelle gespielt hatte. Der damalige Kirchliche Bauverein e.v bekundete ebenfalls sein Interesse und sagte Hilfe zu. Hier war es denn Heinrich Utsch, der für August Utsch den Mann aufzeigte, welcher den ge­hegten Wunsch in die Tat umsetzen sollte, nämlich Albert Ley. Dieser ist auch als der eigentliche Gründer unseres Musikvereins anzusehen, wie sich später zeigen sollte.

Die Wechselbeziehungen zwischen kirchlichem und dörflichem Leben gaben also den Anlass, der zur Gründung einer Musikkapelle führte.

Was mögen wohl die Männer der ersten Stunde gedacht und gesagt haben?

Gedacht, etwa: Man weiß nie, wann und ob man einen bleibenden Eindruck hin­terlässt (mit Blick auf die nicht mehr existierende Feuerwehrkapelle) Oder: Alles ist möglich, solange es sich nicht als unmöglich erwiesen hat, und selbst das jetzt Unmöglich-Erscheinende kann immer noch einmal möglich werden.

Gesagt: ,,Packen wir es an." Aber wie? Leichter gesagt, als getan. Die Schwierig­keiten waren nicht zu übersehen. Kein Geld, keine Musiker, keine Instrumente und keine Noten. Wer brachte ,,Musikwilligen" das Spielen eines Instrumentes und Notenkenntnisse bei? Vorweggenommen: Trotz aller Anfangsschwierigkeiten und aller Unkenrufe der nicht wenigen Skeptiker - es hat geklappt-. Zunächst kauften sich Albert Ley und August Utsch je ein gebrauchtes Instru­ment, denn man wollte gerne im Gründungsjahr wenigstens die Prozession für die Erstkommunionkinder spielen. Man holte sich noch einige Leute hinzu, welche ein Instrument besaßen bzw. in anderen Vereinen spielten. Zu nennen wären hier stellvertretend für alle, deren Namen uns nicht mehr bekannt sind: Josef Knopp, Walter Wittershagen, Willi Bender und Gustav Schmidt aus Morsbach und Wil­helm Stricker aus Denklingen. So gelang der erste musikalische Gehversuch. Die Proben für vorgenannten ersten Auftritt fanden im Hause von August Utsch statt. Noten wurden zunächst bei der Feuerwehrkapelle Wendershagen ausgeliehen und dankenswerterweise von Frau Franziska Vierbücher abgeschrieben (eineHeidenarbeit)

Man hatte nun Mut bekommen und entschloss sich zur Gründung des Musikver­eins Lichtenberg . Dieses geschah am 15. April 1952, wie aus einem vorliegenden Satzungsentwurf hervorgeht, der uns auch den ersten Vorstand und somit auch die verantwortlichen Männer der 1. Stunde mit:

Albert Ley 1. Vorsitzender, August Utsch 2. Vorsitzender und Johann Vierbücher Kassierer und Schriftführer aufzeigt.

Eine namentliche Liste oder aber Bilder der übrigen Mitglieder des Vereins von dieser Zeit gibt es leider nicht. Der Kirchliche Bauverein, der schon immer Interesse an einer Musikkapelle be­kundete, spendete zunächst vom Erntedankfest 1951 einen Betrag von 500,00 DM bei Gründung des Vereins. Im Mai 1952 wurde auf Anregung des damaligen Rektor Paul Klose eine Haussammlung zu Gunsten des Musikvereins im Kirchspiel Lichtenberg mit einem Ergebnis von 472,70 DM durchgeführt (die Sammellisten liegen dem Verein vor). Bei dieser Sammlung soll sich besonders Karl Weber aus Lichtenberg hervorgetan haben. Den Erlös vom Erntedankfest 1952 in Höhe von 1.008,65 DM wurde vom kirchlichen Bauverein nochmals an unseren Verein gespendet. Vorgenannte Summen sind nach unserem Kassen­buch auch die ersten nennenswerten Eintragungen in Einnahme

Weitere Einnahmen, die jedoch kaum ins Gewicht fielen, gab es vorerst nur in Form von Spenden und den mtl. zu zahlenden 2,00 DM Beiträgen der Musiker. Die Einnahmen reichten weitaus nicht aus, um auch nur die nötigsten Instrumente zu kaufen. Aus dieser Zeit stammt auch die Episode von August Utsch, nämlich die, dass er dem Albert seinerzeit versprochen hatte, wenn er einen Musikverein auf die Beine stellen würde, er zwei Schweine mästen und vom Verkauf eines dieser Schweine ein neues Tenorhorn kaufen würde. August Utsch hat sein Ver­sprechen gehalten

Inzwischen hatte Albert Ley seinen Schwager Peter Neuber als Kapellmeister für unseren Verein gewinnen können (er führte zu dieser Zeit schon den Musikzug der Feuerwehr in Wendershagen). Geprobt wurde vorerst im ,,St. Josefs-Heim", einer Holzbaracke oberhalb von der Kirche. Johannes Wagener, der früher schon mal in der Feuerwehrkapelle Morsbach gespielt hatte, wurde zum stellvertretenden Kapellmeister berufen.

Um weiterzukommen mussten weitere Instrumente und Noten gekauft werden. Es ist auch gekauft worden, wie die 2 ersten Seiten unseres Kassenbuches auswei­sen. Kein Wunder, dass die Kasse eine Zeit lang rote Zahlen zeigte und der 1. Vor­sitzende als Wechselpate fungiert hatte.

1954 verlegte der Verein das Probelokal in die Gastwirtschaft Schlechtingen. (Wir sind unserem Vereinswirt bis zu unserem 40-jährigen Jubiläum und seiner Geschäftsaufgabe treu geblieben - schade, wir haben uns in guten und schlech­ten Zeiten eigentlich immer gut vertragen). Nach der ersten, protokollierten Gene­ralversammlung vom 24.07.54 hatte der Verein 23 Mitglieder, die leider aber namentlich nicht festgehalten wurden.

Ab diesem Jahre, von dem der Chronist selbst Mitglied wurde, danach viele Jahre als Schriftführer tätig war und Dank der folgenden Schriftführer verfügt der Verein über lückenlose Aufzeichnungen bis zum heutigen Tage, die zum Teil mit Bildern und Zeitungsausschnitten versehen sind.

Die ersten Uniformen konnten von uns preisgünstig bei der Polizei erstanden wer­den (es war der Zeitpunkt, als die Polizei ihre Uniformen von dunkelblau auf grün umstellte).

Fleißig musste geprobt werden, denn so allmählich wurden die ersten Aufgaben an uns herangetragen. Nicht immer schön anzuhören waren zu dieser Zeit unsere Proben mit Peter Neuber. Er hatte es nicht gerade leicht bei all den ,,Nichtkön­nern" (und das alles für ganze 8,00 DM pro Probe). Hier einige Kostproben seiner Ausdrücke, die mir noch geläufig sind:

,,Dä Ton wird doch 2/3 gegriffen" (für Nichtnotenkenner - hier entstanden auch die Notenblätter mit den darüber geschriebenen Griffen) oder ,,Du blöst widder, als häts-de en ahl Geeßkann". In Zeiten der Heuernte, wenn zu Hause zu wenig geprobt wurde, hörte sich das etwa so an: ,,Do kömmt widder nex wie Heu rus". Seinen ersten größeren Auftritt hatte der Verein vom 3. -5.7.54 beim 3-tägigen Jubiläumsfest anlässlich. des 50-jährigen Bestehens des MGV ,,Hoffnung" Lichtenberg. Verstärkt durch Musiker von Wendershagen (wir hatten ja den gleichen Kapell­meister) wurde sogar schon der ,,Große Zapfenstreich" dargeboten. Eine ganz tolle Sache für einen solch jungen Verein.

Welchen vielseitigen Aufgaben im kirchlichen, weltlichen und kulturellen Bereich sich der Verein in den Jahren bis jetzt immer wieder stellte, möge nachstehende Auflistung verdeutlichen:

Regelmäßig alle Jahre waren da die Prozessionen zur Kinderkommunion, Fronleichnam und die Hirtenmesse an Weihnachten für die Lebenden und Verstorbe­nen unseres Musikvereins

Eine Reihe von Jahren begleiteten wir die Wallfahrten der Kirchengemeinde nach Marienthal.
Zu besonderen Anlässen bei kirchlichen Feiern waren unsere Bläser dabei: z. B. bei Einführung bzw. Verabschiedung der Pfarrgeistlichkeit, bei der Einweihung unserer neuen Kirche, bei der Grundsteinlegung und Einweihung des Pfarrhei­mes, bei Pfarrfesten und bei besonders gestalteten Gottesdiensten. In den Dienst der Allgemeinheit stellte sich der Verein bei Martinszügen, Kindergartenfesten, Altenfeiern, Goldhochzeiten, Geburtstagen unserer ältesten Mitbürger und Festen der anderen örtlichen Vereine. So lange wie der Karneval auf unseren Höhen noch ,,ganz groß" gefeiert wurde, waren unsere Musiker dabei. Das dieses nicht nur musikalisch so war, soll zeigen, das wir mit Albert Ley (1960), Johannes Wagener (1963), Karl-Josef Bauer (1964) und Walter Hombach (1966) die Prinzen auf den ,,Lichten Höhen" stellten.

Auf dem kulturellen Sektor präsentierte sich der Verein immer wieder mit viel Erfolg (zum Teil mit dem örtlichen M.G.V. ,,Hoffnung" oder aber mit anderen kul­turtragenden Vereinen) bei Freikonzerten, Kurkonzerten, Weihnachtskonzerten und beim traditionellen Erntedankfest.

Eine Unmenge von Tanzveranstaltungen, wie an Ostern, Pfingsten, Weihnachten, bei eigenen Waldfesten, für örtliche und fremde Vereine zu besonderen Anlässen, wie das halt früher so üblich war, wurden von uns mit wechselseitigem Erfolg be­stritten. Um solche Veranstaltungen mit Blasmusik zur heutigen Zeit zu be­stücken, möchte der Chronist sich nicht äußern. Allenfalls: ,,Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen."

Bleibt nachzutragen die große Anzahl von auswärtigen Auftritten aus den unter­schiedlichsten Gründen und Anlässen, wie z. B. Schützenfeste, Festumzüge, Musikfeste, Sängerfeste, Karnevalszüge (auch in Köln), Wohltätigkeitskonzerte, bis hin zu großen Konzerten bei der Bundesgartenschau und im Ausland (Frank­reich, Belgien und Tschechoslowakei). Die erste namentliche Aufzeichnung der aktiven Bläser bringt uns das Beitragsbuch von 1956. Da waren aber noch einige mit kurzen Hosen dabei, welche heute zu den ,,Alten" zählen. Hier nun diese Liste mit den 25 Namen:

Die Anzahl der Musiker hat sich nach Protokollbuchangaben viele Jahre kaum wesentlich verändert. Das Kommen und gehen hielt sich in etwa die Waage. Bis zum Jahre 1960 hatte sich die Proben- und sonstige Vereinsarbeit durchaus posi­tiv entwickelt. Dieses Jahr brachte uns jedoch dann unsere erste große Krise. Durch Krankheit unseres Kapellmeisters Peter Neuber war anfangs die Probenar­beit nur noch sehr unregelmäßig und musste später ganz eingestellt werden. So schnell war kein neuer Mann hierfür zu finden. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 26.11.60 wurde beschlossen, das die Proben vorerst ohne einen neuen Kapellmeister weitergehen sollten, denn Stillstand hätte Rückgang bedeutet. Wir profitierten dann 1961 von der Rückkehr von Johannes Wagener nach Lichtenberg (er war einige Jahre verzogen>. Zu unserer aller Freude konnte er für den Posten des Kapellmeisters gewonnen werden. Dadurch, das einige un­serer jungen Musiker zur Bundeswehr einrücken mussten, war die Anzahl unserer Bläser im Jahre 1964 auf 16 Mann zusammengeschrumpft und nur der echten Kameradschaft des verbliebenen kleinen ,,Häufleins" ist es zu danken, das es weiterging.

1965 waren wir dann Gott sei Dank in der Lage neue einheitliche Uniformen an­schaffen zu können, aber da waren ja auch nicht so viele erforderlich wie heute. Über Höhen und Tiefen ging es bis zum 20-jährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1972. Der Mann der 1. Stunde und eigentliche Gründer des Vereins, Albert Ley, gab den Vorsitz an Walter Hombach ab und wurde für seine ganz besonde­ren Verdienste um unseren Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Verein hielt und festigte das erreichte Niveau und war überall ein gern gesehener Gast. Die Musikerschar war immer noch nicht wieder größer geworden. Erst 1974 konn­ten wir 3 junge und in Ausbildung stehende Kenntnissen als echten Zugang und Verstärkung verbuchen. Manfred Weschenbach machte sich unendlich viele Mühe mit jungen Blechbläsern, um ihnen die ersten musikalischen Gehversuche beizubringen, nichts war ihm da zuviel. Man war auf dem richtigen Wege, die Jugend- und Nachwuchsarbeit musste intensiviert werden. Auf die gezielten Bemühungen unseres Vereins kam bei der Kreisvolkshochschule Morsbach ein Anfängerkurs für Blasmusik zustande, der von uns mit 11 Jugendlichen belegt wurde. Als ,,Älterer" reihte sich Willi Weschenbach bei den Jugendlichen mit ein und war viele Jahre engagiert als ,,Onkel Willi" für unsere Jugend tätig. Dozent dieses ersten Kurses war Erwin Galke, von dem später noch die Rede sein wird. In den Jahren 1974/75 war unser Kapellmeister Johannes Wagener öfter erkrankt. Die notwendigste Probenarbeit, die wegen anstehender Auftritte nötig war, machte Otto Marrenbach aus Hermesdorf. Johannes Wagener gab letztlich dann 1975 den Dirigentenstab ab, den er 14 Jahre unentgeltlich zum Wohle unseres Vereins geschwungen hatte. Ein ganz besonderer Dank ist hier sicherlich ange­bracht für all die Mühe und die geleistete Arbeit, die sicher nicht immer ganz leicht war.

Für ein Jahr übernahm dann Herbert Ley als Kapellmeister die Probenarbeit; es sollte nur eine Übergangslösung sein. Erwin Galke hatte inzwischen so viele unserer Jugendlichen ausgebildet, das er zum Erntedankfest 1976 alleine mit diesen als ,,Jugendkapelle" auftreten konnte. Diese Jugendkapelle ist danach noch viele Jahre alleine aufgetreten.

Dank der guten Arbeit von Rita Zimmermann (Mitglied dieser Jugendkapelle) besteht ein gutes, umfangreiches und reichlich bebildertes Aktenstück, allein von dieser Jugendkapelle.

Nichts lag nun näher, als sich 1977 um Erwin Galke als den künftigen Kapell­meister zu bemühen. Mit ihm gelang uns der große Wurf. Er konnte mit Jugendli­chen umgehen, er bildete uneigennützig viele Jahre immer unseren gesamten Nachwuchs aus und integrierte ihn in die Gesamtkapelle. Er brachte den ,,Alten" die noch nötigen ,,Flötentöne" bei, um im Musikgeschäft oben mitmachen zu kön­nen. Erwin Galke hat unseren Musikverein sehr nachhaltig geprägt. Wir erreichten mit ihm in den 8 Jahren seiner Tätigkeit unseren bisherigen musikalischen Höhepunkt. Es ist sein Verdienst, das der Verein mit seinen über 40 Musikern weit über die Gemeindegrenzen hinaus als hervorragendes Laienorchester bekannt wurde und heute noch überall ein gern angesehener Gast ist. Hier darf ein ganz besonderes ,,Danke schön" und ein Kompliment nicht vergessen werden. 1984 gab Walter Hombach nach 11-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender diese Aufgabe in jüngere Hände, nämlich an Bernd Schumacher ab. Walter Hombach blieb bis 1990 noch als Aktiver dabei und schied dann als Ehrenmitglied nach 36-jähriger Mitglied­schaft aus. Hiervon war er ohne Unterbrechung 34 Jahre im Vorstand und hat sicherlich viel Vereinsgeschichte maßgeblich mitgeschrieben.

Bernd Schumacher konnte aus beruflichen Gründen dem Verein nur bis 1986 vor­stehen. Aus seiner Feder stammt unsere neue Satzung als eingetragener Verein beim Amtsgericht.

Es galt das Niveau der Kapelle zu halten, als am 25.05.86 Erwin Galke die musi­kalischen Geschicke an Willibald Hausmann weitergab, der dann bis 1988 unser Kapellmeister war. Wir haben ihn als einen Dirigenten mit hoher Fachkompetenz kennen gelernt. In seine Zeit fällt die 2. große Konzertreise 1988 in die Tschecho­slowakei Von 1987 bis 1989 war Herbert Ley 1.Vorsitzender des Vereins.
Danach bahnte sich ein Generationswechsel auf der ganzen Linie an; kein Wunder bei all den Jugendlichen, die inzwischen dem Verein angehörten. Aus den eigenen Reihen kam 1989 mit Rainer Bauer ein neuer, junger und dynamischer Kapellmeister. Er hat ein gutes und lohnendes Erbe angetreten und ist für unseren Verein ein besonderer Glücksfall, wie sich bis jetzt zeigt.

Dazu passt natürlich ein junger 1. Vorsitzender, den der Musikverein ab 1990 in Martin Zimmermann gefunden hat. In diesem Jahr spielten wir auch erstmals in unserer neueren Vereinsgeschichte ein ganzes Schützenfest. Samstags begann das Schützenfest in Sinspert mit der Kranzniederlegung, darauf folgte der Festkommers mit Zapfenstreich.

Sonntags hatten wir den Festumzug mit Ausklang im Festzelt zu bestreiten und abends dann die Königskrönung.

Wir wussten damals noch nicht, das wir hier richtige Freunde unserer Musik gefunden hatten und dieses Fest noch weitere 10 Jahre begleiten würden.
Aus berufenem Munde war zu hören, das der Musikverein Lichtenberg im 40 jährigen Jubi­läumsjahr über einen hervorragenden Klangkörper und mit seinem musikalischen Repertoire, angefangen mit kirchlichem Liedgut über Folklore, Volksmusik, leich­ter Muse bis hin zu konzertanter und klassischer Musik in nah und fern bekannt und geschätzt wurde.

Zum Auftakt unserer vierzigjährigen Jubiläumsfeier veranstalteten wir im Juni 1992 ein Konzert gemeinsam mit dem Jugendchor The-Voices, im Kurhaus Morsbach, der unser Konzertrepertoire in ausgezeichneter Weise ergänzte. Dieses Konzert war sicherlich ein weiterer Höhepunkt unserer musikalischen Leistung. Tags darauf Sonntag, spielte der Musikverein Brunken zum Frühschoppen im Vereinslokal Schlechtingen auf..

Auch hier konnten wir uns einer breiten Resonanz der Lichtenberger erfreuen, die so zahlreich erschienen waren.
Eine besondere Ehre war es uns, 7 Mitgliedern und somit auch Vereinsgründern für vierzigjährige Vereinsarbeit zu danken. Dieses waren im einzelnen Herbert Ley, Hermann Josef Zimmermann, Manfred Weschenbach, Karl Josef Bauer, Wilhelm Zimmermann, Klaus Weschenbach so wie unser Ehrenvorsitzender Albert Ley.

In diesem Jahr gab es dann noch einen gravierenden Einschnitt in unserer Vereinsgeschichte. Unser Vereinswirt Werner Schlechtingen ging in den verdienten Ruhestand. Er hatte unserem Verein 38 Jahre lang ein Zuhause gegeben. Wir dankten ihm zur Lokalschließung mit einem Ständchen für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit und Unterstützung unseres Vereins. Wir fanden dann ein neues Domizil im Gasthof Beutler, wo wir bis heute unsere Proben abhalten.

Nur wenige Wochen später verstarb unser Ehrenvorsitzender Albert Ley im Alter von 85 Jahren. Albert Ley war Mitgründer unseres Vereins und hatte über viele Jahre hinweg unseren Verein als 1. Vorsitzender entscheidend geprägt.

In den letzten Jahren war der Karneval für uns immer wichtiger geworden. Seid dem Vorjahr musizierten wir samstags im Karnevalsumzug Köln Merkenich, sonntags in zwei Gruppen aufgeteilt im Neusser Karnevalszug, sowie montagsmorgens in Köln-Worringen und am Nachmittag in Hennef.

Dienstags spielte dann eine kleine Gruppe beim traditionellen Säukoppessen, welches in diesem Jahr erstmals im Saale Beutler stattfand. Bisher hatten wir an Karneval stets in unseren Uniformen gespielt, was aber immer wieder vom Publikum kritisiert wurde. Wir entschieden uns dann im Jahre 1993 erstmals Karnevalsumhänge anzuschaffen.

Desweiteren musizierten in diesem Jahr erstmals auf dem zweitgrössten Schützenfest Deutschlands, dem Bürgerschützenfest in Neuss. Dies Fest bestreiten wir musikalisch bis heute, über insgesamt vier Tage. Höhepunkt ist hier die Königsparade am Sonntagmorgen, die bereits mehrmal vom WDR-Fernsehn ausgestrhlt wurde. An den übrigen Tagen von Samstag bis Dienstag haben wir hier auf sechs Umzügen verteilt, rund 45 Km Marschmusik zurückzulegen, was immer wieder bei einigen Musikerkollegen zu starken Fußleiden führt. Trotz dieser Strapazen, haben wir immer wieder sehr viel Spass und ich übertreibe bestimmt nicht, wenn ich sage, dass uns dieses Fest sehr ans Herz gewachsen ist.

Nachdem wir im Vorjahr so gute Erfahrungen mit unserem Jubiläumskonzert gemacht hatten,beschlossen wir auch in diesem Jahr ein eigenes Konzert durchzuführen, wir nannten es „Frühjahrskonzert“. Unterstützt wurden wir durch den MGV Concordia Morsbach.

Die Frühjahrskonzerte welche wir ab 1994 alleine bestritten wurde zu einem festen und wichtigen Einrichtung unseres alljährlichen Konzertprogramms, dies gibt uns Ansporn für die Probenarbeit über den Winter und die Möglichkeit uns und unser Konzertprogramm unseren Freunden und Gönnern am Anfang der Saison vorzustellen. Schade ist es nur, das sich doch oft nicht die Möglichkeit bietet aufwendig eingeprobte konzertante Musikvorträge im Jahr noch ein weiteres Male aufzuführen.

1995 kam es dann zu einer gravierenden Änderungen in unserem alljährlichen Karnevalsprogramm, wir spielten erstmals im Rosenmontagsumzug in Morsbach, obwohl dies auch mit sehr viel Stress verbunden war und bis heute ist, denn morgens Dank unserer Anstrengungen in der Nachwuchsausbildung, konnten wir 1995 bereits zum zweiten male ein Kinderkonzert im Pädagogischen Zentrum der Hauptschule Morsbach durchführen. War es im Vorjahr eine Seeräubergeschichte so ging es dieses mal in den wilden Westen. Die Konzerte fanden großen Anklang in der Bevölkerung und Presse und wir waren so stolz darauf diese Konzerte als festen Bestandteil in unsere Jugendarbeit aufzunehmen zu können, ebenso wie ein Kidsvorspiel zur alljährlichen Nikolausfeier, bei welchem die jungen Nachwuchsmusiker im Einzel und Gruppenvorspiel ihr können unter Beweis stellen. Da unsere Frühjahrskonzerte immer anspruchsvoller wurden, führen wir seid 1997 ein Probenwochenende in der Grundschule Lichtenberg durch.Es gibt uns den nötigen Schliff für unsere Musikvorträge.

In diesem Jahr konnte unser Orchester auch erstmals wieder von der engagierten Jugendarbeit profitieren. Wir konnten gleich 8 Jugendliche in unser Orchester aufnehmen. Gleichzeitig schieden 2 altgediente Mitglieder „Karl Josef Bauer und Wilhelm Zimmermann“nach 44 jähriger Vereinstätigkeit aus dem aktiven Vereinleben, sie wurden von der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Da wir in den letzten Jahren immer mehr Gefallen an der Marschmusik gefunden hatten und unsere Uniformen nach über 20 Jahren doch schon stark verschlissen waren, schafften wir uns in diesem Jahr neue Uniformen an, die wir auf unserem Frühjahrskonzert erstmals mit Stolz präsentieren konnten.

Besonders hart traf es uns, das wir in diesem Jahr gleich von 2 Musikkollegen Abschied nehmen mussten ,am 23.5.1997 begleiteten wir unseren Musikkollegen Karl Klein zur letzten Ruhe, und nur 4 Monate später das Gründungsmitglied Klaus Weschenbach, der nach schwerer Krankheit am 13.10.1997 von uns zu Grabe getragen wurde. Im Jahr darauf 1998 wurden 2 weitere Musiker zu Ehrenmitgliedern ernannt. Reinhard und Hermann-Josef Zimmermann gingen nach 41 bzw. 45 Jahren in den verdienten Ruhestand. In diesem Jahr kam es auch zu einem Wechsel an der Vereinsspitze. Martin Zimmermann der 8 Jahre lang den Verein in hervorragender Weise geführt hatte stellte sich nicht mehr zur Wahl und somit wurde Jürgen Weschenbach zum neuen 1.Vorsitzenden gewählt. In diesem Jahr waren wir stolz darauf erstmals seid nun fast 15 Jahren wieder Ein Kidsorchester präsentieren zu können.

Die Kinder eröffneten unser diesjähriges Frühjahrskonert mit drei Konzertbeiträgenund ernteten große Beachtung beim Publikum. Im Herbst des Jahres 1998 trennten wir uns nach dem Erntedankfest zum Saisonende von unserem langjährigen Dirigenten Rainer Bauer. Rainer Bauer hatte nunmehr seid fast 10 Jahren unseren Verein in ausgezeichneter Weise musikalisch geleitet und war der Meinung es müsse dringend frischer Wind ins Orchester. Wir waren damals wie heute froh ihn als unseren Jugendausbildungsleiter weiter verpflichten zu können. Von Oktober bis Dezember übernahm dann unser Vizedirigent Markus Ley kommissarisch die Dirigenten Tätigkeit, bis wir dann nach einigen Probedirigaten einen neuen Dirigenten verpflichten konnten. Markus Lange aus Wennemen bei Meschede übernahm zum 01.01.1999 das Dirigat und stellte sich für uns als ein wahrer Glücksgriff heraus.
Auf der Generalversammlung 1999 wurden wieder 2 Mitglieder zu Ehrenmitgliedern Ernannt. Zum einen das Gründungsmitglied Manfred Weschenbach sowie Willi Weschenbach, der sich durch seine Jugendarbeit besonders verdient gemacht hatte. Der Bericht zur Jugendausbildung viel auch in diesem Jahr besonders erfreulich aus, es befanden sich 42 Jugendliche und Kinder in unserer Instrumentalausbildung. Dann musste noch eine neue Satzung her, bedingt durch die starken finanziellen Belastungen unserer Jugendausbildung beschlossen wir nun erstmals inaktive sprich Fördermitglieder in unserem Verein aufzunehmen. Gleichzeitig wurde der Vorstand dann noch erweitert um einen stellvertretenden Notenwart, einen Zeugwart sowie um den Vizedirigenten.

Das Frühjahrskonzert 1999 hatten wir dann unter 2 Dirigenten zu bestreiten, den ersten Teil mit unserem Vizedirigenten Markus Ley und den 2 Teil mit unserem neuen Dirigenten Markus Lange. Wir konnten dann noch auf diesem Frühjahrskonzert mit Stolz unseren neu angeschafften Schellenbaum präsentieren, den wir komplett aus Spendengeldern finanzieren konnten. Was uns wieder einmal zeigte welchen grossen Rückhalt wir in der Bevölkerung genießen. An den Schellenbaum bei der Marschmusik hatten wir uns dann das Jahr über sehr schnell gewöhnt und wollen ihn heute nicht mehr missen.

Ein Jubiläum hatten wir in diesem Jahr beim Schützenfest in Sinspert, wir musizierten hier in diesem Jahr zum 10 Male in Folge. Seid 1999 musizieren wir auch wieder zum Schützenfest in Düsseldorf. Wir bestreiten hier den großen Festumzug und die Königsparade.
War uns das vor wenigen Jahren noch zu anstrengend, so meistern wir dies jetzt nach einigen Jahren Erfahrung in Neuss ohne große Anstrengungen. In diesem Jahr waren wir auch gleich 2 mal im Fernsehen zu sehen, zum einen wurde das Neußer Bürger-Schützenfest im Fernsehen übertragen und im September das Erntedankfest in Friesenhagen. Das wir mit unserem Jugendkonzept auf dem richtigen Weg waren, bewies unser Kidsorchester einen Monat später auf dem Kreisjugendmusikfest in Heggen, wo es viel Beifall erntete. Dies war eine Belohnung für die viele geleistete Arbeit, im besonderen für unsere damalige 2 Vorsitzende Rita Zimmermann, die federführende und treibende Kraft unserer Ausbildung, die seid vielen Jahren ausgezeichnetes arbeit leistet. Im Jahr der Jahrtausendwende hatten wir die besondere Ehre den Gottesdienst anlässlich des Quirinusfestes in Neusser Quirinusmünster musikalisch zu gestalten. Dieses Fest wird nur alle 50 Jahre gefeiert. In Vertretung unserer Musikfreunde der Stadt und Feuerwehrkapelle Wissen übernahmen wir in diesem Jahr auf dem Schützenfest in Schönstein die Festmusik, da diese am Bundeswertungsspiel der Feuerwehrkapellen Rheinlandpfalz teilnahmen.

Ich möchte mich an dieser Stelle einmal für die gute Zusammenarbeit der befreundeten Musikvereine bedanken. Hier an erster Stelle unsere Freunde der Stadt und Feuerwehrkapelle Wissen, gefolgt vom Musikverein Wendershagen sowie der Bergkapelle-Vereinigung Birkenhonigsessen. ie Anforderungen ans Konzertrepertoire sowie die Orchesterbesetzung werden immer anspruchsvoller, ein großer Anteil der Einnahmen muss jedes Jahr für Musikeraushilfen aufgewendet werden, da ist es unerlässlich solche Freunde zu haben mit welchen man sich oft unentgeltlich gegenseitig aushelfen kann. Erstmals in diesem Jahr übernahmen wir die Festmusik beim Lieberhausener Schützenfest. Das Jahr 2001 stand dann schon ganz im Zeichen unseres 50 Vereinsjubiläums, wir gründeten auf der Generalversammlung einen Festausschuss der die weiteren Planungen übernimmt. Einen grossen Erfolg konnte unser Kidsorchester zum Jahresende auf dem Kreisjugendmusikfest in Meggen verbuchen, wo sie ihr können unter beweis stellten. Es bleibt mir nun als Chronist nur uns alles gute für unsere Zukunft und unser Geburtstagsfest zu wünschen. Wir verfügen heute über eine ausgewogene Orchesterbesetzung eine engagierte Jugendausbildung und sehe so der Zukunft unseres Vereins optimistisch entgegen.